Umzug ohne Umzugsfirma: Was er wirklich kostet und wann er sich lohnt
Ja, eine Umzugsfirma schreibt einen Beitrag darüber, wie man ohne Umzugsfirma umzieht. Weil es Umzüge gibt, für die man uns nicht braucht. Und weil man die anderen erkennen sollte, bevor man den Transporter mietet.

Wir haben dieses Bild nicht ohne Grund für den Beitrag ausgewählt. Es zeigt ziemlich gut, wie sich viele Umzüge in Eigenregie gegen 17 Uhr anfühlen. Trotzdem: Für viele Umzüge ist es völlig vernünftig, sie selbst zu machen. Die Frage ist nur, für welche.
Wann sich ein Umzug in Eigenregie lohnt
Aus unserer Erfahrung gibt es eine einfache Faustregel. Selbst umziehen lohnt sich, wenn mindestens drei der folgenden Punkte zutreffen:
- Die Wohnung ist klein, etwa ein Zimmer oder ein WG-Zimmer.
- Es gibt einen Aufzug oder es geht um Erdgeschoss und ersten Stock.
- Sie haben mindestens drei kräftige Helfer, die wirklich den ganzen Tag Zeit haben.
- Es sind keine sehr schweren oder empfindlichen Stücke dabei, kein Klavier, kein massiver Eichenschrank.
- Die Strecke ist kurz, zum Beispiel innerhalb von Ludwigshafen oder nach Mannheim.
- Sie haben schon einmal einen Transporter gefahren.
Trifft das zu, kommen Sie mit einem gemieteten Transporter, einem Kasten Wasser und ein paar Pizzen gut zurecht. Trifft es nicht zu, wird es schnell teurer und anstrengender, als man denkt.
Was ein Umzug in Eigenregie wirklich kostet
Hier eine realistische Rechnung für eine Zweizimmerwohnung mit 55 Quadratmetern, Auszug im dritten Stock ohne Aufzug, Einzug innerhalb von Ludwigshafen:
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Transporter 3,5 t für einen Tag, inklusive Kilometer | 110–160 € |
| Kraftstoff | 20–30 € |
| 40 Umzugskartons, Klebeband, Polstermaterial | 100–140 € |
| Sackkarre, Gurte, Decken (Miete) | 20–40 € |
| Halteverbotszone selbst beantragt, inklusive Schilderverleih | 80–120 € |
| Verpflegung für vier Helfer | 60–100 € |
| Summe | 390–590 € |
Zum Vergleich: Bei uns kostet dieser Umzug zum Festpreis 1.100 Euro, wenn Sie selbst packen. Die Differenz liegt also bei etwa 500 bis 700 Euro. Ob das viel oder wenig ist, hängt davon ab, was Ihnen ein freies Wochenende, Ihr Rücken und die Freundschaft zu Ihren Helfern wert sind.
Die Risiken, an die kaum jemand denkt
Wenn sich ein Helfer verletzt
Freunde, die aus Gefälligkeit beim Umzug helfen, sind in der Regel nicht über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Rutscht jemand mit einer Waschmaschine auf der Treppe aus, trägt er die Folgen weitgehend selbst. Eine private Unfallversicherung hilft. Fragen Sie Ihre Helfer, ob sie eine haben.
Wenn etwas kaputtgeht
Lässt ein Helfer Ihren Fernseher fallen, zahlt seine Privathaftpflicht nur, wenn sie Gefälligkeitsschäden einschließt. Viele ältere Verträge tun das nicht. Und für Schäden an der Wohnung, etwa eine Macke im Türrahmen, haften Sie gegenüber dem Vermieter selbst.
Der Mietwagen
Mit einem Führerschein der Klasse B dürfen Sie Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen fahren. Das reicht für die meisten Kleinumzüge, ist aber deutlich größer als ein Auto. Ein Transporter ist breiter, länger und höher, Tiefgaragen und Parkhäuser sind oft tabu. Lesen Sie die Bedingungen zur Selbstbeteiligung, bevor Sie losfahren. Bei einem Schaden werden schnell 1.000 Euro und mehr fällig.
Die Zeit
Ein Team aus Profis braucht für die Wohnung oben etwa fünf Stunden. Vier ungeübte Helfer brauchen mindestens doppelt so lang, oft mit einer zweiten Fahrt, weil beim ersten Mal nicht richtig geladen wurde. Am nächsten Tag kommt meist noch das Aufbauen dazu.

Zwölf Tipps für den Umzug in Eigenregie
- Transporter früh reservieren, an Monatsenden und Samstagen sind sie knapp.
- Halteverbotszone rechtzeitig beantragen, in Ludwigshafen rund drei Wochen vorher.
- Stabile Umzugskartons kaufen, keine Bananenkisten aus dem Supermarkt.
- Bücher in kleine Kartons, nie schwerer als 20 Kilo.
- Möbel schon am Vorabend zerlegen, Schrauben in beschriftete Beutel.
- Helfer für eine feste Uhrzeit einladen und pünktlich anfangen.
- Eine Person bleibt in der alten, eine in der neuen Wohnung und sagt, wo was hinkommt.
- Den Transporter von vorne nach hinten beladen: schwere Möbel an die Stirnwand, Kartons dazwischen, Empfindliches zuletzt.
- Alles mit Gurten sichern, auch bei kurzen Strecken.
- Rückenschonend tragen: aus den Beinen heben, Last nah am Körper, nicht verdrehen.
- Genug Wasser und Pausen einplanen.
- Für Klavier, Tresor oder Küche lieber Profis holen, auch wenn der Rest in Eigenregie läuft.
Der Mittelweg
Zwischen „alles selbst“ und „alles machen lassen“ gibt es viele Varianten. Manche Kunden packen selbst und lassen nur tragen und fahren. Andere machen den Umzug in Eigenregie und buchen uns nur für die Küche oder das Klavier. Wieder andere ziehen die Kartons selbst um und lassen nur die großen Möbel von uns transportieren. Für kleine Mengen gibt es bei uns den Kleinumzug mit Transporter und zwei Helfern.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, was sich für Sie lohnt: Rechnen Sie im Festpreisrechner einmal nach. Danach wissen Sie, wie groß der Unterschied wirklich ist.
Geschrieben vom Team von Hager Umzüge in Ludwigshafen-Süd. Wir planen und fahren seit 2003 Umzüge in der Vorderpfalz und schreiben hier auf, was wir dabei lernen.



